Wie wird man Moderator:in?

Wer präsentiert „taff“ oder „SWR 3“ und leitet Diskussionen auf Messen? Professionelle Moderatoren im Radio, Fernsehen oder online. Sie informieren und unterhalten das Publikum. Interessiert? Dieser Artikel erklärt den Weg zum Moderator, inklusive Ausbildung, Voraussetzungen und Bewerbungsprozess.

Welche Eigenschaften & Fähigkeiten sollte ein angehender Moderator mitbringen?

Menschen, die allein durch ihre Persönlichkeit und ihre positive Ausstrahlung sehr sympathisch auf andere wirken, sind wie für den Moderationsjob geschaffen. Ihr Verhalten ist nicht gekünstelt, sie schauspielern nicht, sondern zeigen sich so, wie sie sind. Sie sind einzigartige, unverkennbare Typen, die jeder gerne als sein Gast auf seiner Geburtstagsparty begrüßen würde.

Nachwuchsmoderatoren sollten lebendig sein, vor Energie sprühen und ihr Umfeld damit anstecken können. Außerdem sollten sie Wissbegier, Kompetenz und Glaubwürdigkeit in einer Person vereinbaren.

Eine starke Bildschirm- und Bühnenpräsenz sind ebenso wichtig. Sowohl vor der Kamera, als auch auf der Bühne sollte sich ein angehender Moderator pudelwohl fühlen und in der Lage sein, Emotionen transportieren zu können.

Eine angenehme Stimme und eine gute mündliche Ausdrucksweise sind weitere Voraussetzungen, um später als Moderator arbeiten zu können. Dies ist primär beim Vortragen von Monologen oder beim Anmoderieren von Beitragen essenziell. Zudem sollte er verbale Äußerungen und nonverbales Verhalten seiner Gäste interpretieren und verstehen, um gute Interviews führen und auf Kommentare der Interviewpartner eingehen zu können. Gleichzeitig sollte er das Timing, für den weiteren Verlauf der Moderation im Auge behalten, sich Folgefragen überlegen sowie Personen, Namen und Zahlen merken.

Da ein Großteil der Arbeit eines Moderators bereits vor der eigentlichen Sendung, Show oder der Veranstaltung beginnt, sind Organisations- und Planungstalente klar im Vorteil. Denn ihr Auftritt muss sowohl zeitlich als auch inhaltlich im Voraus vorbereitet werden. Dafür brauchen sie zudem ein gutes Gespür für Ästhetik, Logik und Unterhaltungswert, um erfolgreiche Konzepte entwickeln und gestalten zu können. Ein gutes Textverständnis und ein Händchen für Recherchearbeiten sind zusätzliche Anforderungen, damit die richtigen Informationen gesammelt werden können. Diese werden wiederum von den Moderatoren in Moderationstexte zusammengefasst. Dabei ist ein gutes schriftliches Ausdrucksvermögen und eine fehlerfreie Rechtschreibung unabdingbar.

Weitere Eigenschaften und Fähigkeiten, die von Moderatoren verlangt werden, wie ein schlagfertiges Auftreten und von Patzern ablenken, muss nicht gleich von Anfängern beherrscht werden. Diese kann man lernen oder sich von Engagement zu Engagement aneignen.

Welche Berufsausbildung ist notwendig?

Wer nach einer klassischen Ausbildung zum Moderator sucht, wird kaum fündig. Nur wenige private Akademien bilden in diesem Bereich teilweise aus. Ansonsten müssen sich angehende Moderatoren selbst bemühen, sich gut auszubilden. Die meisten Anwärter beginnen ein Journalismusstudium. Jedoch wird Moderation nicht zwingend als Modul in den Lehrplan integriert. Wer moderieren möchte, sollte daher zusätzliche Workshops oder Seminare besuchen, deren Schwerpunkt unter anderem Moderationstechniken sind. Entweder werden die Moderationstrainings von der Ausbildungsstätte selbst oder einer anderen Einrichtung angeboten.

Des Weiteren sollte man sich vorwiegend durch viele praktische Erfahrungen weiterbilden. Fängt man also frühzeitig an, sich um Praktika und Stellen für freie Mitarbeit zu bewerben, stehen die Chancen gut, seinen Wunsch Moderator zu werden, wirklich erfüllen zu können. Hilfreich können dabei alle Jobs sein, zum Beispiel als Moderator eines lokalen Bürgerradios, einer örtlichen Modenschau oder eines länderspezifischen TV-Senders.

Eine Sache sollte man sich jedoch auf jeden Fall vornehmen, darüber sind sich Experten einig: Stimmtraining! Sogar die kleinsten Sender bieten diese Trainings ihren Mitarbeitern an. Von einem Sprechtrainer lernen sie, wie man die eigene Stimme professionell einsetzen kann. Dazu zählt die richtige Atemtechnik, das Treffen der richtigen Stimmlage und die Variation der eigenen Stimme.

Die Spezialisierung in einer Veranstaltungsart (z. B. Nachrichten, Magazin, Talkshows), einem Medium (z. B. Radio, Fernsehen, Web) oder Fachgebiet (z. B. Mode, Politik & Wirtschaft) ergibt sich oftmals im Laufe der Karriere. Es sei denn, man weiß von vorneherein, dass man zum Beispiel Sportmoderator bei der Sportschau im Ersten werden möchte. In diesem Fall sollte man sich natürlich dementsprechend seine Praktika und andere Arbeitsstellen aussuchen, um die besten Voraussetzungen für diesen Job mitzubringen.

Wie überzeuge ich im Bewerbungsprozess für einen ersten Job?

Egal, ob freie Stellen ausgeschrieben sind oder nicht, man sollte sich auf jeden Fall zusätzlich initiativ bei Arbeitgebern bewerben. Denn wird zum Beispiel bei manchen TV-Sendern eine Position frei, schöpfen diese aus ihrem vielseitigen Casting-Archiv. Neben Profi-Moderatoren findet man darin auch interessante Nachwuchskandidaten, die eine Initiativbewerbung verschickt haben.
Bewerbungen sollten auf jeden Fall ein Anschreiben, den Lebenslauf mit Portraitbild sowie ein Video mit Arbeitsproben enthalten. Idealerweise zeigen Demos einen Moderator in Aktion während eines realen Auftritts. Kann man dies als Anfänger noch nicht vorweisen, kann man sich selbst ein kreatives Konzept überlegen und dieses bei sich Zuhause aufnehmen. Dafür muss man kein teures Studio mieten.

Spricht das Talent des Bewerbers die Jury an, wird er zu einem Casting-Termin eingeladen. Vor Ort wird der Moderator auf die Probe gestellt, indem er gegebenenfalls unterschiedliche Situationen durchspielen und verschiedene Aufgaben lösen muss. Außerdem wird getestet, wie er auf der Bühne und durch die Kamera wirkt. Das kann man jedoch üben. Genauso kann man sich auf verschiedene Szenarien vorbereiten, die eventuell angesprochen werden, z. B. „Ein Talkshow-Gast wird aufsässig. – Wie verhalten Sie sich?“

Oft suchen Produzenten oder Programmleiter einen bestimmten Typen. Erfüllt man nicht deren Vorstellungen, sollte man nicht traurig sein, sondern weitermachen. Denn für die nächste Produktion kann man eventuell genau die Person sein, nach der die ganze Zeit gesucht wurde.